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// KUNST ALS BEUTE, BEUTE ALS KUNST? DIE PRÄSENZ DER LEERSTELLEN

Zeitgenössische Kunst in Auseinandersetzung mit Kunstraub/Appropriation/
Werteverschiebung

Ausstellungsort: Gut Holzdorf bei Weimar
Laufzeit: 6. Oktober bis 22. Oktober 2006
Symposium am Samstag, den 7. Oktober: 12.00 bis 20.00 mit eingeladenen Gästen und den
Künstler/innen der Ausstellung.

In Kooperation mit dem Diakonischen Zentrum Weimar als Besitzer des Gutes; dem IFA, Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart; der Stadt Weimar, sowie lokalen Sponsoren.
Das Ausstellungsprojekt hat Seminar/Forschungscharakter und ist als Initiation einer längeren Auseinandersetzung mit dem Themenspektrum gedacht.

Eine künstlerische Herangehensweise an das Thema "Kunst als Beute, Beute als Kunst" bietet die Chance, eine politisch heikle, weil mit Restitutionsansprüchen behaftete Frage aus der Zone eingespielter Reflexe heraus, einer offenen Bearbeitung entgegenzuführen. Der gewählte Ort, das Gut Holzdorf und seine spezifische Geschichte, nämlich einst eine der umfassendsten Privatsammlungen von über hundert Werken französischer Impressionisten beherbergt zu haben, ist Kern der Auseinandersetzung. (Die Sammlung Krebs wurde 1995 zum Teil in der St. Petersburger Eremitage wieder dem Publikum zugänglich gemacht.) Die Abwesenheit bedeutender Kunstwerke charakterisiert diesen Ort heute. Zeitgenössische Künstler/innen laden diese "Leerstellen" mit Bedeutungen auf, die mehr sind als eine Klage über die fehlenden Werke.
Die temporäre Anwesenheit vor Ort wird nun dazu verwendet, der Abwesenheit der Werke eine diskutable, primär künstlerische Form zu verleihen.

Idee/Koordination: Katharina Hohmann in Zusammenarbeit mit: Harry Walter, Leonie Weber



// Abgeschlossene Projekte

KEIM & CRIME

Keim & Crime war ein temporärer Projekt- und Ausstellungsraum, der von April 2003 bis Mai 2004 von einer Gruppe von Mitarbeitern und Studierenden der Fakultäten Architektur, Gestaltung und Medien der Bauhaus-Uni (Jens Wille, Matze Klöpfel, Hendrick Löbbert, Leonie Weber) geführt wurde. In dieser Zeit fanden dort verschiedene themenbezogene Ausstellungen und Vorträge, Konzerte und Filmvorführungen statt.

Ausstellungen:
April 2003 // Hannes Niepold: Lucifer Yellow

Die erste im Keim & Crime gezeigte Ausstellung „Lucifer Yellow“ war die erste Einzelausstellung des jungen Medienkünstler Hannes Niepold, der in diesem Rahmen das internetbasierte Comicprojekt „cOINTEL“ (eine Zusammenarbeit mit Hans Wastlhuber) und die Arbeit „Stazoskopische Felder“ vorstellte. cOINTEL (www.cointel.de) ist ein internetbasierter, nonlinearer Comicjam, dessen Erzählstränge sich in verschiedene Richtungen zu einem weit verzweigten Spielplan erweitern. Im Keim & Crime bot Niepold unter anderem die Möglichkeit sich vor Ort selbst zeichnerisch an dem Projekt zu beteiligen. Bislang haben das weltweit über 1500 aus über 50 verschiedenen Ländern getan. In der zweiten im Rahmen dieser Ausstellung gezeigten Arbeit, „Stazoskopische Felder“, untersuchte Niepold die Möglichkeit eines nicht-linearen Zeichentrickfilms, der es dem Betrachter ermöglicht, die Bildfolge und –geschwindigkeit selbst zu bestimmen. Begleitet wurde die Ausstellung von mehreren Konzerten der „cOINTEL-Allstars“ – einer musikalischen Verästelung des Projekts.

Juni 2003 // Pavillon der Freiheit
Die zweite Ausstellung im Keim & Crime, „Pavillon der Freiheit“, beschäftigte sich mit vermeintlicher Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz öffentlicher und privater Räume. Oliver Fabel thematisierte mit seiner Videoprojektion „Intimacy“ die von Menschen in verschiedenen Zusammenhängen wie Geschäftswelt oder Privatleben unterschiedlich ausfallenden "Distanzzonen" zwischen Menschen und setze diese in eine Abfolge piktogrammartiger Bilder als Videoprojektion um. Peter Wächtler untersuchte mit Texten, Fotos und Zeichnungen die Widersprüche, die sich aus der Einpassung eines Gefängnisses in ein provinziell mittelständisches Stadtviertel Canterburys ergeben. Der in den USA entstandene Film „TV Testbild Terror“ von Jan-Philipp Wittrin lässt trotz des, einen der Abschnitte des Films bezeichnenden, Zwischentitels „a global peace device“, an Frieden nicht denken, an seinem Ende steht Rauschen. Die aus dem Hamburger Freien Sender Kombinat hervorgegangene Gruppe Ligna zeigte eine Dokumentation ihrer Aktion „Radioballet“, die zum radiogeleiteten Protest gegen die Privatisierung, Zonierung und Kapitalisierung öffentlicher Räume aufruft. Leonie Webers Arbeit „What do we want?“ setzte sich mit Auswirkungen korrupter exekutiver Staatsgewalt in den USA auseinander.

Juli 2003 // Port & mein Liebstes
Zum Rundgang der Fakultäten Gestaltung und Medien der Bauhaus-Universität diente das Keim & Crime als Ausstellungsraum, Verteilungszentrale und temporärer Redaktionsraum der interdisziplinären studentischen Projektzeitschrift „Port“.
„Mein Liebstes“ war eine Installation, die von den Besuchern selbst zusammengetragen wurde, Gegenstände, die ihnen am Herzen lagen und deren Geschichte sie gerne mit anderen teilen wollten. Eine Sammlung von Dingen wie z.B. einer gehäkelten Handyhülle, einem Plüschhuhn oder einem „Engländer“-Schraubenschlüssel, Gedichtband und Plastiklöwe, Zigarettenschachtel und Kunstpostkarte ergab ein emotionales Portrait der Bauhaus-Universität.

Juli bis September 2003 // interplay
Ein Ableger vom Weimarer Keim & Crime, das Projekt „interplay“, ging im Sommer 2003 auf Reisen. Als Teil des Hamburger Architektur Sommers „Wege der Moderne“ tauchte „interplay“ als temporäre Installation an drei Wochenenden in den Monaten Juli bis September an verschiedenen Orten in Hamburg auf: Eine Bar, flankiert von mehreren veränderlichen Sitzelementen, deren Teile von den Besuchern nach Belieben zu flexiblen Kommunikationslandschaften umgebaut werden konnten. An jedem dieser Wochenenden war interplay auch Plattform für ein gestalterisches Projekt, das sich mit der Wahrnehmung der Stadt, neuen Medien und ihren Kommunikationsstrategien auseinandersetzte.

Januar 2004 // I'm trying to tell you I love you
Die Ausstellung „I'm trying to tell you I love you“ stellte Arbeiten von 14 jungen Künstlern aus Europa und den Vereinigten Staaten vor. Sie wurde von dem aus Chicago stammenden Künstler und Kurator, Ryan Weber, konzipiert und kuratiert. Die teilnehmenden Künstler wurden gebeten, für diese Ausstellung den Ausstellungstitel mit einer neuen speziell für diese Ausstellung geschaffenen Arbeit zu interpretieren. So hinterfragte die Ausstellung traditionelle Vorstellungen von Authentizität und Vermittlung dieser so geheiligten Empfindung – der Liebe.
Die Ausstellung reiste nach ihrer Präsentation im Keim & Crime in Weimar zunächst in den Projektraum des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien nach Berlin und wurde im Mai 2004 in der Galerie ThreeWalls in Chicago gezeigt.

April 2004 // 50% Material
50% Material war eine Ausstellung studentischer Arbeiten, die aus dem Projekt „Conceive 3D“ hervorgegangen sind, das im Wintersemester 2003/04 unter der Leitung des Schweizer Bildhauers Christoph Rihs an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität angeboten wurde.


RUNDGANG DER FAKULTÄT GESTALTUNG DER BAUHAUS-UNIVERSITÄT 2003

„Mastermind“

Studierende des Studienganges „Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien/Public Art and New Artistic Strategies“ stellten ihre Interventionen und Installationen im öffentlichen Raum vor.

„HABUW Oldskool: Once upon a time...“
Eine Ausstellung von Alumni der Studiengänge Frei Kunst und Visuelle Kommunikation,
vier verschiedene Orte

„A-Z StadtAktion“
Präsentation studentischer Arbeiten aus zwei Fachkursen der vorangegangenen zwei Semester: „Poster, Flyer, Billboard – Bilder im öffentlichen Raum“ (gemeinsam mit Caroline Hake) und „Fotografie in der Kunst“ (Caroline Hake).


NEU DELI
Mai bis September 1999
Weimar
7 Ausstellungen studentischer Arbeiten im Rahmen des Kulturstadtjahres 1999