// HÖRST DU DIE AUTOBAHN II (HERZSTÜCK)
2003, Beton, Armierung, 4 x 5 m
Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine leicht veränderte
Rekonstruktion einer Installation aus dem Jahr 2000. Die
Autobahn in Deutschland ist allgegenwärtig. Sie ist
deutscher Mythos und Trauma zugleich. In den siebziger
Jahren erklärte die Regierung West-Deutschlands das Ziel,
jeder deutsche Haushalt solle innerhalb von 10 Minuten eine
Autobahn erreichen können. Wo das gelungen ist, ist die
Autobahn wesentlicher Bestandteil des Lebens geworden.
„Hörst Du die Autobahn?“ und „Die
Autobahn ist heute aber laut“ sind aus früher
Kindheit vertraute Sätze. Die Autobahn ist ein Punkt, wo
Natur und Zivilisation miteinander kollidieren. Wo die
Natur ehemals allumfassende „Magna Mater“ war,
ist sie nun eingeschlossen und selbst zum beschützenswerten
Wesen geworden.
Ich benutze die Autobahn als eine abstrakte Form. Sie zeigt
Zentren und Richtungen und Kreuzungen des Interesses auf.
Vereinfacht und ästhetisiert verweist sie nicht nur auf
sich selbst sondern auch auf ihre Leerstellen.
Der Untertitel der Arbeit bezieht sich auf Heiner Müllers
„Herzstück“, in dem eine Person einer anderen
anbietet, ihr ihr Herz zu Füßen zu legen.
„[…] Aber das ist ja ein Ziegelstein.“
Sagt die zweite Person, nachdem sie das Herz mit Hilfe eine
Taschenmessers herausoperiert hat. Worauf die erste Peson
antwortet: „Aber es schlägt nur für sie.“ //